In Koordination mit dem Landkreis wurden Katastrophenschutzkonzepte über die Jahre hinweg erarbeitet und fortlaufend aktualisiert. Das ist auch nichts wirklich ganz Neues, aber es ist wichtig es aktuell zu halten bzw. fortzuschreiben.
Daher soll hier gern nochmals, wie bereits zuvor, darauf hingewiesen werden, dass in Fällen von tiefgreifenden, flächendeckenden Großschadensereignissen und Katastrophen in der Gemeinde Fraureuth unter bestimmten Voraussetzungen drei Objekte als Anlaufstelle für Einwohnerinnen und Einwohnern aktiviert werden. Ein Beispiel dafür sind großflächige, langandauernde Blackouts (Stromausfälle), die ja heute nicht nur durch physische Anschläge auf die Netze wie kürzlich in Berlin, sondern auch durch Cyberangriffe über/auf die IT-Infrastruktur erfolgen können. Insofern sind solche Szenarien leider nicht abwegig.
Zum 1. fungiert die Erich Glowatzky Sport- und Mehrzweckhalle, Zwickauer Str. 8a in 08427 Fraureuth als Bürgerinformationszentrum (BIZ) sowie als Notfallmeldestelle.
Zum 2. das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Fraureuth, Hauptstr. 83a in 08427 Fraureuth als Notfallmeldestelle (u. Stützpunktwehr für die Gemeinde) sowie
Zum 3. das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Beiersdorf, Dorfstr. 26f in 08427 Fraureuth (OT Beiersdorf) als Notfallmeldestelle.
Nutzbar wären grundsätzlich bei Inbetriebnahme in einer konkreten Situation davon alle drei Objekte durch die Einwohnerinnen und Einwohnern der Gemeinde Fraureuth, unabhängig von der Ortsteilzugehörigkeit. Sie können sich dabei bei bestimmten Ereignissen, die zur Aktivierung dieser Notfallmeldestellen führen, an diese wenden, um z. B. medizinische oder brand- und sicherheitsrelevante Ereignisse zu melden (also z. B. wenn durch Netzausfall keine Erreichbarkeit der Rettungsdienste über die Nummer 112 mehr gegeben wäre). Von hier aus würde dann die Übermittlung der Notfälle an zuständige Behörden oder Stellen im Rahmen des Möglichen koordiniert. Das erklärt somit den Namen – gedacht für „Notfall-Meldungen“.
Im Bürgerinformationszentrum „Glowatzky-Halle“ – kurz BIZ genannt - kann wiederum unter bestimmten Umständen eine vorübergehende Aufenthaltsmöglichkeit geschaffen oder anderweitige Maßnahmen (z. B. Ausgabe von Kalium-Jodid-Tabletten, Rettungsdienste Vor-Ort etc.) koordiniert werden. Die Gebäude können u. U. mit Notstrom versorgt werden. Die Aktivierung des BIZ könnte theoretisch unter anderen Umständen erfolgen als die der Notfallmeldestellen oder ggf. unabhängig voneinander. Dies muss dann situativ von den zuständigen Behörden und Gremien im Einzelfall entschieden werden.
Bei Eintritt solch schwerer Schadensereignisse ist es natürlich immer mit viel Unsicherheit belastet, wie viele Einsatzkräfte zur Verfügung stehen und was infrastrukturell und logistisch usw. überhaupt möglich ist. Daher können auch nicht beliebig viele Notfallmeldestellen etabliert werden, da diese ja auch von speziell geschultem oder ausgebildetem Personal besetzt werden müssen, was in solchen Fällen, die ja auch jeden dann privat betreffen, besonders schwierig ist.
In solchen Situationen ist es generell unmöglich vollumfängliche Hilfestellung für und durch Dritte zu gewährleisten, das zeigen Erfahrungen bei Natur- oder anderweitige Katastrophenfällen über die Jahrzehnte. Das ist weder rechtlich/sachlich vorgesehen, noch logistisch möglich.
Ein konkretes Beispiel dafür ist, dass ein Hausbesitzer, dessen Objekt in einem Hochwasserrisikogebiet liegt oder an einem neuralgischen Punkt, welcher bei Starkregen tangiert wird, sich mit Sandsäcken u. ä. bevorraten sollte. Kommunen, Landkreise oder THW etc. können unmöglich für alle Häuser Vorräte vorhalten.
Es bedarf somit immer auch der Selbstvorsorge / Selbsthilfe für Katastrophenfälle, aber ebenso der Umsicht und Bereitschaft eines jeden Einzelnen anderen Personen zu helfen, die z. B. aus körperlichen Gründen nicht mehr in der Lage dazu sind.
Weitere allgemeine und übergreifende Informationen zu Vorsorge bei Katastrophenfällen erhalten Sie auf den offiziellen Internet-Seiten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter https://www.bbk.bund.de/ sowie bei der Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Zwickau (Landratsamt), welche rechtlich für den Katastrophenschutz bei uns zuständig ist.
Auch Broschüren zur Selbstvorsorge für Krisenfälle liegen in vielen öffentlichen Stellen, auch in der Gemeinde, zur kostenlosen Mitnahme aus. Informieren Sie sich dazu gerne.
Letztlich ist es für uns alle ähnlich wie mit Versicherungen – es ist wichtig wie bei so vielen Dingen im Leben, ohne Panik vernünftige Vorsorge für bestimmte Situationen zu treffen, aber bestenfalls nie darauf zurück greifen zu müssen.
Gemeinde Fraureuth


